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Turning Tide

 

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Karma und Wiedergeburt-


Eine Zusammenfassung.

 

Wir erleben heute eine weltweite Wiederkehr des Glaubens an die Wiedergeburt. Tieferem Einblick offenbart sich die Wiederkehr als kosmisches Gesetz, das auf jeder Ebene und in allen Dimensionen des Seins wirkt. Dieses den Lauf aller Dinge bestimmende Gesetz der "Periodizität" tritt überall in der Natur in Erscheinung:
kosmisch im Werden und Vergehen der Planeten und Sonnen, irdisch im Wechsel der Jahreszeiten, der Tage und Nächte und in anderen Rhythmen. Im Leben dreht sich alles um den Tod, im Tode alles um das neue Leben. Eines bedingt das andere. In beiden wandelt sich nur die Erscheinungsform, nicht das Wesen. Für unser Selbst sind Dies und Jenseits eine Welt. Hüben und Drüben zeigt sich derselbe Entfaltungs- Bewährungs- Reifungs und Vollendungswille des Selbst.
Die Erkenntnis der Wiederkehr wirft helles Licht auf sonst unlösbar und sinnlos erscheinende Lebensfragen.
Hinter den Ungerechtigkeiten und Leiden, Wirren und Disharmonien des Daseins wird der tiefere Sinn und die verborgene Weisheit und Gerechtigkeit erkennbar. Erscheint das Los der Blinden, Krüppel und Dahinsiechenden oder der Asozialen unvereinbar mit dem Gedanken eines liebenden Gottes, so erkennen wir die Ursachen als Frucht von falschem Denken und Handelns. Trostvoll für Eltern die ihr Kind früh verloren haben mögen zu wissen, das die im Kinde wiederverkörperte Seele ihren eigenen Erlösungsplan zu vollenden hatte und ihr Abtritt Teil eines Heilungsprozesses war.
Solche Einsicht befreit den Menschen von der Angst vor dem Vergehen und vom Kummer der Trennung von denen die er liebt. Sie gibt ihm Trost im Alter, indem sie ihm eine neue Jugend verheißt, neue Gelegenheiten seine Talente auszubilden.
Wenn man sich fragt was denn nun eigentlich wiederverkörpert wird, wird deutlich das unser göttliches Selbst in allen Verkörperungen unverändert bleibt, während das leibgebundene Ich, unsere Persönlichkeit jedesmal die Rolle wechselt . So gleicht das Selbst einem Schauspieler, der in verschiedenen Stücken in immer anderen Rollen auftritt, unter verschiedenen männlichen oder weiblichen Persönlichkeits-Masken.( Das etruskische Wort 'persona' bedeutet die Maske des Schauspielers).
Die Lebensrolle ( wie auch unser- berechenbares- Lebensziel!) ist immer eine andere.


 

Oft genannte Einwände gegen die Reinkarnationslehre:

  1. "Mir reicht ein Leben! Ich möchte die Nöte des Daseins nicht noch einmal durchmachen".

    Das ist eine gefühlsmäßige Abwehrreaktion des Ichs gegen den Gedanken einer möglichen Verantwortung über den Tod hinaus. Oft aber verlangen gerade solche Menschen im Endstadium ihres Lebens am gierigsten nach der Fortsetzung des Lebens. Ein Naturgesetz wird dadurch das man es ablehnt, nicht an seiner Auswirkung gehindert.

  2. "Ich erinnere mich nicht an frühere Leben, also gibt es sie nicht".

    Das Ich kann sich nicht erinnern, da sein Gedächtnis nur das gegenwärtige Leben umfaßt. Unser Geist (Selbst) kennt seine Existenzen sehr wohl, und kann sich an manche auch erinnern, wenn wir uns, in der Astralwelt, auf ein neues Erdenleben vorbereiten. Im Grunde besitzt jedes Wesen das Vermögen der Rückerinnerung an frühere Leben. Die Kraft das auch zu realisieren hängt von unserer geistigen Entwicklung und Entwicklungsstufe ab.

  3. "Mein Gerechtigkeitsgefühl sträubt sich gegen die Wiedergeburt, weil ich nicht erkennen kann warum ich leide oder bestraft werden soll".

    Wiederum, dem Ich fehlt diese Einsicht, unserem Selbst allerdings nicht. ( Man stelle sich vor das der Schauspieler sich gegen die Rolle die er vorgeschrieben bekommt, auflehnt, oder das Bild, das sich über den Maler ereifert). Der Wiederverkörperung liegt eine sorgfältige Lebensplanung zu Grunde, mit der Aufgabe Mängel und Unvollkommenheiten zu überwinden. Zudem handelt es sich um keine Strafe, sondern um eine höher führende Erziehung auf der Lebenschule Erde. Mit wachsender geistiger Reife wird der Zusammenhang zwischen dem Denken und Handeln und deren Auswirkungen immer klarer erkannt.

  4. "Wer sagt mir was ich falsch machte, und wer sagt mir wie ich es besser machen soll?"

    Unser Gewissen, die Stimme unseres Selbst! Daneben gibt es eine Unmenge geistige Führer und Lehrer die uns in jenseitigen Welten mit Rat und Tat zur Seite stehen, wenn wir darum nachsuchen.

  5. "Wie sinnlos wäre es, wenn ich in jedem Leben erneut die Kindheitsstufe durchlaufen müste?"

    Die Natur macht keine Sprünge und in der spiralförmigen Aufwärtsbewegung des Lebens kann kein Teilstück übersprungen werden. Außerdem kann von einer Wiederholung keine Rede sein; denn die Kindheit wird jedesmal auf eine andere Weise durchlebt, mit immer neuen Entfaltungsmöglichkeiten.

  6. "In einem neuen Erdenleben würde ich von meinen Lieben getrennt sein".

    Durchaus nicht, da Verwandtschaften Wahlverwandtschaften aus noch früheren Leben sind. Geistige Bande schafft schicksalhafte Verbindungen, ob es sich dabei um Liebe und Abneigung oder um Feindschaft handelt.

  7. "Die Wiederverkörperung ist unvereinbar mit der Christenlehre, die nichts darüber aussagt."

    Der Gedanke der Wiederkehr war den Zeitgenossen Jesu so geläufig, daß er keiner ständigen Erwähnung bedurfte. Viele Stellen in den Schriften der Urchristen, die darauf hinwiesen, wurden später von kirchlichen "Korrektoren" ausgemerzt.

  8. "Die Höherentwicklung der Wesen kann auch ohne erneute Rückkehr ins irdische Dasein erfolgen."

    Die Erde gehört mit zu den wenigen besonderen Welten im materiellen Universum. Auf ihr können sich Seelen mit unterschiedlichstem Reifegrad gegenseitig ohne Erinnerung über ihr eigentliches Wesen und Vergangenheit im "Christsein" üben. Der Aufwand und das Risiko sind höher und größer als auf anderen Welten, aber die Fortschrittsmöglichkeiten darum eben auch umso besser.

  9. "Jenseitige Botschaften sprechen von einer Weiterentwicklung im Jenseits ohne Rückkehr ins Diesseits."

    Auf der jenseitigen Entwicklungsstufe sind die Entfaltungsreize und Reifungsprozesse sublimer als auf der irdischen. Das Selbst braucht auf seiner jetzigen Evolutionsstufe beides. Nach dem Karma-Gesetz vollzieht sich der Ausgleich der Gedanken und Taten der Lebensspanne, die während der Todesspanne, im "Jenseits", zu neuem Schicksalsgut kristallisieren, notwendigerweise auf der physischen Ebene.

    - Im übrigen sind es nur wenige Spiritisten und Geister, die der nur-jenseitigen Weiterentwicklung das Wort reden. Die meisten Kundgebungen bejahen mit dem Altmeister des Spiritismus , A.J. Davis, die Wiederverkörperung als Lebensgesetz.-

    Was durch Medien dagegen geäußert wird, zeigt, das Wesen, die zu Lebzeiten nichts von der Wiederkehr wußten oder sie ablehnten, mangels Horizonterweiterung auch nach dem Tode keinen neuen, höheren Standpunkt gewonnen haben. Solange Wesen nach Leben und nach Selbstvollendung streben, gilt der biblische Ruf Gottes, der "die Menschen lasset sterben und spricht: Kehret wieder, Menschenkinder!" (PS 30,34)

  10. "Die Bevölkerungszahl der Erde ist heute hundertmal größer als vor einigen Jahren und wächst weiter, weshalb wir Heutigen unmöglich Wiederverkörperungen der wenigen früher lebenden Menschen sein können."

    In der kosmischen Lebensschule ist die Erdenschulung nur ein Teilstück, vielleicht nur eine von Myriaden kosmischen Kinderschulen, da die Menschheit, als Ganzes gesehen, die Kindheitsstufe noch kaum überschritten hat. Sie ist, von erwachten und erläuterten 'älteren Brüdern' abgesehen, noch lange nicht reif für die Weiterentwicklung auf fortgeschritteneren Welten und in lichteren Sphären, die Jesu Wort meint:"In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen." Über die Gesamtzahl de Gottesfunken wissen wir nichts.


 

Woher, glauben Sie, erklärt sich die besondere Begabung für bestimmte Sprachen, die Vorliebe für einzelne Zeitepochen oder Völker, die Eignung für bestimmte Wissenschaften oder Künste? Viele Argumente könnte man hier aufführen, aber wie einer der das Wesen der Liebe nicht erfaßt, in dem sie noch nicht lebendig geworden ist, so faßt auch der die Wiederkehr nicht, in dem die Vergangenheit noch nicht lebendig ward.....
Jedes Wesen ist ein biodynamisches Kraftfeld, für das der Satz von der Erhaltung der Energie gilt. Dabei ist die Gesamtsumme der Energie in einem geschlossenen System bei allen Wandlungen ihrer Erscheinungsformen unverändert die gleiche, also konstant.
Gleich wie die Regentropfen, immer die gleichen Tropfen sind, wenn sie zur Erde fallen, so sind auch wir immer dieselben, wenn wir erneut über die Erde schreiten. Und man muß noch eines realisieren:

der Mensch ist schließlich nur eine von Myriaden geschöpflichen Möglichkeiten im Kosmos, weder die wichtigste, noch die vollkommenste. Und man muß wissen das alle individuellen Lichtfunken der Gottheit -immer, also auch in diesem Augenblick, gleichzeitig existieren: auf der göttlichen Wirklichkeitsstufe. Bewußt lebt ein Großteil auf den jenseitigen Ebenen, ein kleinerer Teil auf den unzähligen physischen Welten. Hier gewahren wir ein unaufhörliches Kommen und Gehen, und die Frage nach der Konstanz der Gesamtzahl der Wesen auf unserer Welt wird somit recht relativ.
Unsere Erde ist eine Lebenschule, unser Dasein ein Schultag . Die kosmische Lebensschule aber enthält tausendmal mehr Klassen und Schulungsmöglichkeiten wie jede irdische Schule. Nur Träumer glauben an einem Schultag so viel gelernt zu haben und so vollkommen geworden zu sein, das eine weitere Ausbildung sich erübrigt.
Unsere älteren Lebensschüler (fortgeschrittene Geister) wissen um diese Prinzipien. Aber mancher sammelt an einem Schultag mehr Erfahrungsgut als andere in einem Dutzend Leben.
Und hier das Wichtige:

  • keiner verläßt seine Klasse, bevor er nicht alles gelernt hat, was sie ihm zu geben vermag, wie viele Schultage auch darüber vergehen mögen.
  • Die Zahl der Schultage ist auf der anderen Seite kein Maß für unsere geistige Reife; entscheidend ist, welchen Gebrauch wir von den Lernmöglichkeiten machten und noch machen.
  • Zuweilen fällt eine scheinbar sinnlose Inkarnation in die Zeit des Übergangs in eine höhere Lebensklasse mit neuem Lernstoff.

 

Der Vorgang der Wiederverkörperung.

Nun gilt es sich zu überlegen was zwischen zwei Wiederverkörperungen geschieht. Wie unser ICH den Nachtschlaf willkommen heißt, so heißt unser Selbst den "Todesschlaf" willkommen, um nach vollbrachter Lebensarbeit Kräfte zu sammeln und frisch und verjüngt dem neuen Daseinstag entgegen zuschreiten.
Da die meisten im höheren Alter sterben, andere aber schon in der Kindheit, erhebt sich die Frage, in welcher Altersstufe man in die Todesspanne eintritt- auf der des Greises oder auf der des Kindes?
Antwort: Jugend und Alter sind körperbedingte Zustände, die nach Ablegen des Körpers noch kurze Zeit im Bewußtsein haften, aber bald bedeutungslos werden. Diese und andere Merkmale der "Persönlichkeit" werden nach dem Tode schrittweise abgebaut und umgewandelt.
Getragen von der Kraft unerfüllter Wünsche und der im Augenblick des Heimgangs vorherrschenden Gedanken, verläßt die Seele den Körper. Die jenseitige Lebensbahn beginnt in den niederen astralen Sphären der Traumgebundenheit, steigt stufenweise zu den höheren Ebenen der Traumwachheit und berührt, bei entsprechender seelischen Reife, auch die kosmisch-göttliche Bewußtseinsebene, die ja auch zu Lebzeiten hier und da in leibfreien Träumen und in Visionen erreicht wird.
Es ist durchaus kein unbekanntes Land das nun betreten wird, denn es wurde schon oft, nach früheren Leben, durchschritten.
In diesem Traumzustand wiederholt der Träumende sein irdisches Dasein mit allen dunklen und lichten Zügen. Alles schicksalhafte, Gutes und Schlechtes, wird erneut durchlebt und durchlitten.
Erst jetzt sieht er sich immer deutlicher so wie er wirklich war, nicht wie er sich gerne sehen wollte.
Allmählich klingen die mit den Erinnerungen verbundenen Leid und Lustgefühle ab.
Nun realisiert man das alles Gute oder Schlechte seinen Ausgleich suchen muß und findet, man zieht Bilanz und realisiert Konsequenzen die im nächsten Leben ihren Ausgleich erfahren müssen.


 

Die höheren Wirklichkeitsstufen.

Unmerklich erhebt der mehr und mehr zu sich selbst Erwachende, im Einssein mit allem Leben, zu jenen Bewußtseinsebenen, die östlich und westliche Weisheit als Devachan, als Paradies und Himmel umschreiben.
Dieser himmlische Zustand des Wieder-Daheimseins in jenem Reich, aus dem der nun Erwachte einst in die irdische Geburt hinabstieg, wird individuell als Erfüllung der höchsten Strebungen durchlebt.


 

Hinwendung zu neuem Leben.

Mag die Seligkeit auch noch so lange dauern - nach Erdenzeitmaß Jahre oder Jahrhunderte und länger- einmal ist der Gipfelpunkt erreicht und der Abstieg zur physischen Ebene beginnt erneut.
Mit der Erkenntnis das auch der höchste Himmel nur Übergang ist, erwacht in der Seele neues Schicksalsgut und damit der Wunsch nach Selbstverwirklichung und Wiedergutmachung von begangenen Irrtümern und Fehlern, aber auch der Wunsch nach Weiterentwicklung. Im Bewußtsein das man aus dem Himmel reicher scheidet als man in ihn eintrat, folgt die Seele willig dem Gesetz der Wiederkehr. Sie erkennt und bejaht die neuen Aufgaben, die ihr gestellt werden, und die ihren Gaben entsprechen, und das umso mehr, je schwieriger die Aufgaben sind, weil deren Erfüllung sie schneller voranbringen wird.


 

Was zur Wiederverkörperung führt

Um den Vorgang der Wiederkehr und seine ursächlichen Zusammenhänge zu verstehen, müssen wir drei Faktoren kennen:

  1. Daseinsdurst
  2. Entwicklungswille
  3. Schicksalsgut

    Daseinsdurst

    Die Bhagavad Gita nennt es Haftsucht: sie ist "voller Leidenschaft, wirkt Gier, Verlangen, und bannt den Geist durch Tatenlust und durch Besitz-Besessenheit".
    Eigentlich ist es das Nichtwissen um unser wahres Wesen, das uns, allem Leiden zum Trotz, immer wieder die Lust am Dasein gibt und uns, im Verlangen nach immer neuem und besserem Leben, an den Kreis der Wiederkehr fesselt.
    Glaube niemand das es leicht sei, diesen Daseinsdurst zu überwinden!

     

    Der Entwicklungswille

    Überall sehen wir die Wesen in einem ganze Weltenalter umspannenden Prozeß fortschreitender Vervollkommnung begriffen. Der hier wirkende Evolutionsimpuls ist es, der uns zu beständiger Steigerung in immer neuen Wiederverkörperungen führt.
    Wenn wir von den in uns vorhandenen Kräften und Möglichkeiten ausgehen, scheint die Fülle der in uns angelegten Keime auf eine unabsehbare Zukunft des Menschengeschlechts zu deuten.
    Darauf weist auch die Unzufriedenheit mit uns selbst ( "Ich kann/könnte erheblich mehr vollbringen/tun als es meine derzeitige Lebensituation zuläßt"), die uns treibt, dem Ideal von Leben zu Leben
    ähnlicher zu werden, - bis aus dem Erdenmensch der Geistmensch und aus diesem der Gottmensch wird.

    Das Schicksalsgut

    Der dritte, Art und Ablauf der Wiederverkörperung bestimmende Faktor ist das Schicksalsgut oder Karma.
    Das ich gerade so bin wie ich heute bin, das ich diesen Charakter habe, jene Schwächen, jene Vorzüge, diese Eltern und Geschwister, diese Freunde und Feinde, diese Hindernisse und jene Glücksfälle, diese Krankheiten und Leiden und jene Führungen und Schicksale - das sind die Konsequenzen meines Denkens und Verhaltens in früheren Leben.
    Mit allem was ich darstelle, besitze und erfahre, ich bin der Erbe meiner Vergangenheit.
    Hier liegt der tiefere Sinn der Inhalte die von der christlichen Dogmatik als"Erbsünde" bezeichnet wird.
    Alles Schicksalsgut der Vergangenheit kristallisiert und ruht während der "Todesspanne", wird auf dem Wege zur neuen Geburt aktiv und beginnt sich in einem neuen Leben auszuwirken.
    Was sich in Richtung physischer Ebene auswirkt ist:

    1. ) das Gesetz der Anziehung
    2. ) das Gesetz der Wahlverwandtschaft ( das uns zu den Wesen hinführt, die uns aus gemeinsamen Schicksal aus früheren Leben verbunden sind)
    3. ) der Wille zur Vervollkommnung

 

Das Gesetz der Wahlverwandtschaft

Wie der Blitz dort einschlägt, wo das Spannungsgefälle am stärksten ist, und wo ihm der geringste Widerstand entgegengesetzt wird, so zieht es das Selbst dorthin, wo die Wesensverwandtschaft und die Gemeinsamkeiten des Schicksalsguts am größten sind.
So verbindet sich die Seele schon früh mit den künftigen Eltern. Sein Daseinsdurst findet Echo und Antwort im Verlangen der Eltern nach Vereinigung.
Tieferem Einblick zeigt sich, daß es ein ungeheueres Netzwerk aktiv werdender individueller und kollektiver Schicksalspotenzen ist, welches sich zunächst bei den zukünftigen Eltern, dann auf zukünftige Geschwister, Freunde und Feinde auswirkt. Denn das Selbst hat ja in früheren Leben eine Unzahl von Verbindungen geschaffen, sodaß ihm in jedem Dasein Gruppen von Menschen begegnen, mit denen er schon oft zusammenwirkte.


 

Wahl der Eltern

Der Daseinsdurst treibt die Seele zu neuer Geburt. Sein Schicksalsgut führt es zu einem bestimmten Elternpaar. Und der Entwicklungswille läßt es dahin streben, daß die neue Verkörperung einen Fortschritt bedeutet. Denn mit der Elternwahl bestimmen sich auch Ort, Zeit und Umstände des neuen Daseins. Es zeigt sich das die Seelen oder Wahlverwandtschaft der Blutsverwandtschaft vorausgeht, sie gar erst herbeiführt. Das Selbst wählt die Eltern die seiner Wesensstufe und Art entsprechen und mit denen es eine Vielzahl schicksalhafter Gemeinsamkeiten aus der Vergangenheit verbindet.
Es gilt:
Je höher die Individualkraft potenziert ist und je weiter sich ihr Kraftbereich ausdehnt, umso feiner geartet wird auch ihre Verwandtschaft, umso enger wird der Kreis von "Ihresgleichen", und um so
feiner muß darum auch der Naturapparat sein, der solche Wesenheiten in ihrer Neuverkörperung auffangen kann.
Man sieht seinen Eltern nicht ähnlich ( Gesicht, Statur) weil man deren Kind ist, sondern: weil man seinen Eltern ähnlich ist (den inneren Anlagen nach), wurde man deren Kind. Weise handelt darum, wer bei der Vereinigung die Sehnsucht des dritten Partners mit in Rechnung stellt. Daß das sehr oft nicht geschieht, führt dazu, daß es so viele unerwünschte Kinder gibt, die nicht nach dem Wunsch der Eltern kommen, sondern weil ihr Daseinsdurst sie nach der Möglichkeit der Wiederverkörperung drängt.


 

Bau des neuen Körpers

Es ist reizvoll das Werden des neuen Körpers zu verfolgen. Denn im Augenblick, in dem der Kontakt mit der künftigen Mutter hergestellt ist, beginnt ein geheimnisvolles Weben:
die Gestalt des Geistgerüsts des künftigen Leibesorganismus, in dessen Kraftfeld und Bauplan ein Teil des mitgebrachten Schicksalsguts aktualisiert wird, formt sich.
Paulus nennt diese astrale Matrize der späteren Körperform den "geistigen Leib". Dieser ist erst nur ein Gedanke, der, wie alle Gedanken, das Bestreben nach Wachstum und Verwirklichung hat, - ein lebendiges Beispiel für die schöpferische Bildekraft der Gedanken. Mit Schiller: "es ist der Geist, der sich den Körper baut".
Mit dem neuen Körper ist das Rad des Werdens und Vergehens im neuen Dasein in Bewegung gesetzt.
Von da an wird der Körper zum Schicksalsträger- mit seinen Schwächen und Mängeln wie mit seinen Vorzügen und Stärken, seine Anfälligkeit, Lebensfähigkeit und Lebenserwartung. Einen Teil dieser Anlagen kann, ebenso wie die seelischen Fähigkeiten der Eltern, vor allem der Mutter, durch vorgeburtliche Erziehung günstig beeinflussen.


 

Geschlecht des neuen Körpers

Der Geist hat sowohl den weiblichen als auch den männlichen Pol in sich vereinigt. In seiner Verkörperung als 'Persönlichkeit' offenbart sich bald der eine, bald der andere Pol seines Wesens, um alle damit verbundenen Erfahrungen an sich erfahren zu können.
Kein Mann ist nur 'männlich', keine Frau nur 'weiblich'. Oft ist der Gegenpol so stark, daß bei Männern spürbar das weibliche und bei manchen Frauen spürbar das männliche dominiert. Es mag darauf hindeuten das in der nächsten Generation ein Geschlechtswechsel erwartet werden kann.
Die Verkörperung als Mann oder Frau hängt folglich davon ab, wie stark der Pendel seines Wesens nach der aktiven( vermeintlich männlichen) oder nach der emotionalen Seite ausschlägt. Feste Regeln gibt es nicht. Nicht das Geschlecht sondern der Gebrauch den das Selbst davon macht, ist wichtig.


 

Die Zeitspanne zwischen den Verkörperungen

Wie für die Länge des Erdenlebens so gibt es auch für die Zeit im Jenseits kein Schema. Sie hängt von zahlreichen Faktoren ab, darunter 1. von der Stärke des Daseinsdurstes, 2. von der Art und Summe der Gedanken und Taten, Erkenntnissen und Konsequenzen, 3. von dem daraus kristallisierenden Schicksalsguts das am intensivsten nach Auswirkung drängt, 4. vom Gesetz der Wahlverwandtschaft und dem gemeinsamen Karma zu denen die stärksten Bindungen herrschen, 5. von der Richtung und Intensität des Entwicklungswillens des Selbst, 6. und von den Möglichkeiten und Gelegenheiten, die Ort, Zeit und Umstände der neuen Verkörperung für die optimale Auswirkung dieser Faktoren bieten.
Somit ist diese Dauer für den Einzelnen höchst unterschiedlich.
In den Upanischaden ist erwähnt das der am Anfang der geistigen Evolution stehende sich schneller und öfter inkarnieren wird, und das die Zeitspannen um so länger dauern, je geistiger gerichtet das Denken, Streben und Handeln des Menschen auf Erden war. ( = höher entwickelte Geister)
Der Zyklus sei an einem einfachen Beispiel erläutert:

Cycles-1 (9705 bytes)

Cycles-2 (13066 bytes)

(Nb: der Zeilenabstand betr. Geschlecht und Beruf wurde beim Image Import etwas versetzt.
Ich bitte um Nachsicht!)
In diesem Beispiel werden einzelne Erdenleben und auch die Jenseitsphasen graphisch dargestellt.
Die relativ langen Jenseitsphasen deuten darauf hin das das Wesen rasche Fortschritte in jedemErdenleben machte.


 

Wiederverkörperung auf anderen Welten

Unsere Seele ist ein Himmelsbürger und kann überall dort Wohnung nehmen, wo ihm die Möglichkeit weiterer Entfaltung geboten wird. Das wird vor allem dann der Fall sein, wenn das Ziel der Erdenschulung erreicht ist. Für viele Menschen werden die künftigen Inkarnationen aber zweifellos noch lange auf der Erde stattfinden.
Aber unser Planet ist nicht die Metropole des Kosmos, sondern nur eine unter Billionen kosmischer Entfaltungsstätten gottentsprungener Geister.
Diese Erkenntnis ist bei weitem nicht neu, sondern war unseren alten Kulturen oft durchaus bekannt.


Ethische Folgen

Machen wir uns nochmals die ethischen Konsequenzen rechten Denkens und Lebens heute für unser künftiges Leben bewußt:
daß wir in das gegenwärtige Dasein keineswegs alleine eintraten, sondern das wir stets von einer großen Schar wahlverwandter Wesen begleitet werden, die einige Jahre oder Jahrzehnte vor oder nach uns die Erdenbühne betraten, schicksalshaft mit uns zusammenkommen und eine bestimmte Rolle in unserem gegenwärtigen Lebensdrama spielen.
Als logische Folgerung sollten wir allen Wesen mit denen wir Kontakt haben mit Respekt und Liebe begegnen !


 

Dynamik des Schicksals

Es gilt zwei Irrtümer auszuräumen:
die oberflächliche Meinung, daß der Ablauf des Geschehens weithin vom Zufall abhängt, und der fatalistische Glaube an das Vorherbestimmtsein und an die Unentrinnbarkeit des Schicksals.
Es gibt kein zufälliges oder ursachenloses Geschehen, sondern nur Vorkommnisse die unserem Wesen und Schicksal gemäß sind. Unsere Welt ist eine Welt der Ordnung ( auch wenn dem nicht so scheint) und der Gesetzmäßigkeit, in der sich auch das scheinbar zufällige als notwendig und sinnvoll erweist: als Ergebnis von Kausalketten und Kräftewirkungen, deren Anfänge bei uns liegen, oder deren Auswirkungen wir erleben.
Weil die meisten nur das letzte Glied von "zufälligen" Ereignissen wahrnehmen, halten sie auch die Ereignisse die sie treffen für puren Zufall.
Als erstes prüft der wache Geist ob das scheinbar zufällige einer inneren Weisung (Gewissen) entspringt oder durch sein eigenes Schicksalsgut verursacht wurde.
Als zweites prüft der wache Geist das scheinbar zufällige daraufhin, wieweit es sich um durch sein eigenes Schicksalsgut- oder um das ihm wahlverwandten und schicksalverbundenen Wesen-bedingte- karmische Auswirkungen handelt.
Solche , oft sehr komplexe Ursachenketten, kann kein Computer berechnen.


 

Unentrinnbarkeit des Schicksals

In der Tat kann der Mensch niemals den Folgen seines Tuns und Denkens entgehen, aber jeder kann sich durch Wandlung seines Denkens, Wollens und Handelns von Innen her umgestalten und sich über die Folgen erheben.


 

Abkehr vom Fatalismus

Wohl wirken die Kräfte der Umwelt laufend auf uns ein, aber man kann sich wehren. Niemand zwingt uns erfolglos und unglücklich zu sein und zu bleiben.
Gewiß wird sich das mitgebrachte Schicksalsgut auswirken, aber wie es sich auswirkt und wohin es uns führt, hängt von uns ab. Wir sind nicht nur Schicksalsträger sonder auch Schicksalsgestalter !


 

Selbstbestimmung des Schicksals

Alle Bestimmung ist Selbstbestimmung ( von Innen her). Unser schöpferische Wille modelliert unaufhörlich an der Gegenwart und gestaltet aus ihr die Zukunft.


 

Das Schicksalsgut

Das was wir Schicksal nennen, ist ein unentwirrbar erscheinendes Geflecht von Ursachen und Wirkungen, wovon nur ein kleinerer Teil im sinnlichen Wahrnehmungsbereich, der größere im außersinnlichen Bereich verläuft.
Hinzu kommt das vom mitgebrachten Schicksalsgut wiederum der größere Teil latent bleibt, während der kleinere Teil den Punkt der Reife erreicht hat und sich im gegenwärtigen Leben auswirkt.
Wir können das Gesamt-Schicksalsgut mit einer uns zu Verfügung stehenden Summe von Energie vergleichen, die teils latent, teils aktiv, teils neu im Entstehen begriffen ist, da wir ja nicht nur Schicksal ernten, sondern gleichzeitig immer neu schaffen.


 

Karma

Karma ist das Gesetz und das Wirken einer ethischen Kausalität als Ausdruck einer universell gerechten und sinnerfüllten Weltordnung.
Aber der Karmabegriff reicht tiefer. Er ist nicht nur Äußeres, sondern auch etwas Inneres, weshalb es im Universum kein karmaloses, schicksalloses Wesen gibt außer den Vollendeten Wesen, die das Nirwana, den Gipfel der Entwicklung erreicht haben.
Karma ist auch mehrdimensional: Ein Karmaimpuls erzeugt potentielle Energien, die lange Zeit latent bleiben können, bis sie sich, in irgendeiner Inkarnation, in aktive Energien umwandeln.
Das ist mit dem Wort aus der Offenbarung (14,13) gemeint:
"Der Geist spricht, daß sie ruhen von ihrer Arbeit; denn ihre Werke folgen ihnen nach."
Auch Goethe ahnte: "Es kann die Spur von deinen Erdentagen nicht in Äonen untergehn"
Der Begriff 'Schicksalsgut' meint die Gesamtheit der positiven wie negativen Schicksals-Guthaben.
Die während einer Verkörperung nicht eingelösten Schicksals-Schulden werden nach dem Übertritt in die geistige Welt dem Gesamt-Karma zugeführt. Eine solche Schicksals-Buchführung ist allerdings ungleich komplizierter und dynamischer als die Buchführung eines großen internationalen Konzerns.


 

Positives und negatives Schicksalsgut

Positives Schicksalsgut ist die Summe der Auswirkungen unseres bisherigen aus Erkenntnis und Liebe geborenen Denkens und Tuns. Negatives Schicksalsgut ist die Summe der Auswirkungen unseres seitherigen aus Nichterkenntnis und Egoismus geborenen Denkens und Tuns, wobei beides 'gut' ist; denn beides dient unserem inneren Wachstum und unserem geistigen Fortschritt.
Die üblichen emotionalen oder theologischen Wertungen wie 'Sünde und Vergeltung' oder 'Strafe und Belohnung' werden damit versachlicht, als Auswirkungen des Gesetzes von Tat und Folge.
Wenn wir uns umblicken und an die vielen Erdenkatastrophen denken, die wir durchlitten haben, mag es scheinen, als überwiege das negative Schicksalsgut in der Welt. Das liegt aber nicht an der Welt, und schon gar nicht an einer missgünstigen Zulassung Gottes sondern alleinig an uns Menschen, und wiegt um so schwerer, da wir für die Tier und Pflanzenwelt mitverantwortlich sind! Positives Denken, Verhalten und Tun ist angezeigt!
Es ist auch deshalb anzuraten, weil wir ja nicht wissen, in welchem Volk und Land wir unsere nächste Verkörperung verbringen. Kleinmenschliche Wertungen wie 'gut' and 'böse' haben hier keinen Platz.
Was wir als 'Persönlichkeit ' gut nennen - sorgenfreies Dasein, Wohlleben, Glück und Erfolg-, mag unser Selbst oft als Nachteil empfinden, während manches, was uns unerfreulich und leidvoll erscheint, sich aus der Sicht des Selbst als sehr nützlich bewertet. Die Dinge liegen oft nicht so einfach wie sie mittelalterliche Werke deuteten, denen Zufolge Sünder als Menschen mit Gebrechen, Geizige und Diebe in ärmlichen Verhältnissen, Böswillige und Uneinsichtige als Blinde, der Völlerei ergebene als erblich belastete, Mörder als schuldbeladene und Verfolgte wiedergeboren werden.
Die Ursachen der Nöte die mancher durchleben muß sind mannigfaltig und reichen weiter zurück als man ahnt.
So kann geschehen das ein Gerechter leidet und der Ungerechte triumphiert, das es einem heute guten Menschen schlecht, einem Böswilligen lange Zeit gut geht.


 

Gedanken und Wünsche als Schicksalsverursacher

Die Meinung das Gedanken zollfrei sind, weil flüchtig und unwägbar, ist irrig. Jeder Gedanke strebt nach seiner Verwirklichung. Er strahlt hinaus und beeinflußt Dinge und Umstände.
Gedanken sind Kräfte denen eine ihrer Intensität und energetischen Ladung entsprechende Verwirklichungstendenz innewohnt. Sie werden um so mächtiger und schicksalsträchtiger, je länger sie gehegt, je häufiger sie wiederholt werden.
Aus wiederholt gehegten Gedanken werden Gestimmtheiten, aus diesen Neigungen, daraus Gewohnheiten, aus diesen Charakteranlagen, aus denen das entsprechende Verhalten, und die Verhältnisse und Schicksale erwachsen, wobei es keine Rolle spielt wieviel Zeit oder Leben zwischen dem Denken und der endgültigen Auswirkung liegen.
Der Gedanke beeinflußt unseren seelischen Zustand und ebenso den unseres Körpers, darüber hinaus unser Leben und das vieler Mitmenschen, ja den Zustand der Welt und die Art und Umstände aller künftigen Leben.
Vor der Umwelt mögen wir unsere geheimsten Gedanken und Beweggründe verbergen können, vielleicht ein Leben lang - aber spätestens im nächsten Dasein treten sie mit allen Folgen sichtbar zutage.
Es ist das Gesetz der Resonanz das diese weitgehenden Wirkungen herbeiführt.
Wir leben in einem Meer energetischer Schwingungen, in dem die feinsten Regungen die stärksten und nachhaltigsten Wirkungen auslösen. Und das weil sie durch Wiederholungen laufend potenziert werden.
Wohl dem der um die Verantwortung weiß die er mit jedem Gedanken übernimmt.


 

Worte und Taten als Schicksalsverursacher

Wie die Gedanken und Wünsche, so haben auch die Worte eine schicksalsbildende Macht. Darum fordert der Weise neben rechtem Denken auch rechtes Reden!
Viele Menschen wissen nicht viel von der verhängnisvollen oder wohltätigen Macht und damit von der Verantwortung des Wortes. Wie viele negative, kritische, ungute Worte werden täglich leichtfertig ausgesprochen! Worte können Freundschaft in Feindschaft verwandeln, zu Haß und Totschlag führen, oder in Freundschaft und Liebe entflammen lassen.
Jedes verneinende, lieblose Wort schädigt in jedem Falle den Sprecher selbst. Seine Wirkkräfte lösen in Leib und Leben Disharmonien aus, legen Keime zu körperlichen, seelischen und wirtschaftlichen Nöten. (siehe auch Mathe. 12,36 f. :"Ich sage euch aber: Über jedes unnütze Wort, das die Menschen reden, haben sie Rechenschaft zu geben am Tage des Gerichtes.")
Wie viele reden ihr Mißgeschick selbst herbei!


 

Kein Schematismus

Es ist unzulässig zu sagen: weil einer an bestimmten Leiden oder Gebrechen leidet, hat er im vorherigen Leben nicht gut gehandelt. Oder: daß einer mit seinen Verwandten nicht gut auskommt, rührt daher, daß er ihnen im Vorleben übel mitgespielt hat.
Oder: weil er einst boshaft war, ist er nun häßlich.
Das Schicksalsgesetz ist nicht mechanisch, sondern dynamisch und kybernetisch.
Jeder Umstand, jedes Geschehnis in diesem Leben ist Treff und Knotenpunkt einer Vielfalt von Ursachenketten und Energieimpulsen aus dem gegenwärtigen und den früheren Leben. Sinnlos darum nach einer Ursache zu suchen. Eine Ursache kann hundert Folgen haben, wie eine Wirkung hundert Ursachen haben kann.


 

Krankheit als Karma

Ein Leiden kann in gleicher Weise hundert körperliche, seelische und geistige Ursachen haben. Zudem kann es nicht nur Folge der Vergangenheit, sondern auch Aufgabe für die Zukunft sein.
Oft liegt der Grund eines Leidens im falschen Denken und Leben heute, so daß es unnötig ist in der Vergangenheit herum zu graben um den Weg zur Heilung zu finden.
Es gibt auch karmische Krankheiten, die aus unguten Taten von einst resultieren, deren Auswirkungen damals nicht durch Guttun aufgehoben wurden, sondern sich heute als Belastung auswirken.
Aber das ist kein Grund zur Sorge oder zur Resignation. Denn aktives Karma, das sich in Gebrechen und Krankheiten auswirkt, kann im Rahmen physiologischen Möglichkeiten gewandelt werden. Von geistigen Heilern wurde berichtet, das es gelang, auch karmische Belastungen, die besonders fest im seelisch-geistigen Bereich wurzelten, zu überwinden. Solche Heilhilfe setzt voraus das der Kranke für die geistige Hilfe aufnahmefähig ist.
Bei Geisteskranken wie bei Ohnmächtigen und Kleinkindern fehlt diese Voraussetzung. Selbst hier gibt es Ausnahmen, wenn unerschütterlicher Glaube und Liebe vorherrschen.
Es gibt kein absolut unveränderliches Karma. Es ist, wie alles im Leben, ständigem Wandel unterworfen.
Und es liegt immer an uns, ob und wieweit dieser Wechsel und Wandel zum Besseren führt.


 

Einzel und Kollektivschicksal

Praktisch beeinflußt jedes Wesen durch sein Denken und Handeln fortlaufend jedes andere Wesen und wirkt, ohne es zu ahnen, universal schicksalmitbestimmend.
Es zeigen sich fünf Schicksalszonen :
Die erste, innerste Schicksalzone ist unsere Innenwelt und unsere engste Umgebung.
Die zweite Zone umfaßt die weitere Umwelt, die täglichen Kontakte mit den uns beruflich verbundenen Wesen, Bekannten und Nachbarn, die kulturellen, wirtschaftlichen, sozialen Umweltkontakte am Wohnort und auf Reisen, bei denen noch kausale Verknüpfungen mit dem eigenen Schicksal spürbar sind.
Die dritte Zone umfaßt alle sonstigen Umweltverbindungen, die Wirkungen auf Landschaft und Klima und den Anteil am Kollektivschicksal der Gemeinschaft oder des Volkes, dem man angehört.
Die vierte Zone umspannt den Kontakt über das Kollektiv-Unbewußte und das gemeinsame Schicksal mit allem, was auf Erden lebt, den Anteil am Menschheitskarma, am irdischen Leben und Geschehen.
Die fünfte Zone umfaßt unseren Anteil am kosmischen Geschehen, von dem die meisten nichts spüren - es sei denn in Sternstunden der Berührung mit dem kosmischen Bewußtsein.
Wir sind somit nicht nur Erben des eigenen Schicksalguts, sondern zugleich aktive und passive Mitträger des Karmas anderer Wesen - zunächst das unserer Familienangehörigen, dann jenes unseres Volkes, unseres Kontinents und schließlich der Menschheitsfamilie.
Aus diesem Geflecht kann sich keiner herauslösen.
Wahlverwandtschaften (Familie) sind Kausalgemeinschaften, die durch innere Anziehung zustandekommen, auch wenn die Art der karmischen Verknüpfungen mit Großeltern, Eltern, Geschwistern, Kindern und Enkeln von heute meist unbewußt bleiben.
Eheleute aus früheren Leben können sich sehr wohl in späteren Existenzen wiederfinden und erneut miteinander verbunden sein.


 

Völker- Schicksal

Auch die Zugehörigkeit an eine bestimmte Nation ist eine Auswirkung des Schicksalguts. Auch Völker und Rassen haben ihr besonderes Karma. Völker steigen auf und verfallen; sie können sich regenerieren, anderen Völkern Platz machen oder in diesen aufgehen.
Wer seinem Volke dient erfüllt so den Sinn seines eigenen Schicksals. Die Lebensdauer der einzelnen Völker hängt von den Aufgaben ab, die sie im irdischen Evolutionsplan zu erfüllen haben, und davon, zu welchen Höhen geistiger Entwicklung die in ihnen führenden Geistern sich und ihr Volk emporheben können :
Bei den Indern, Chinesen und Ägyptern umspannte der geistige Höhenweg Jahrtausende, bei den Griechen und Römern wenige Jahrhunderte. Auch Völker kommen und gehen; alte Völker reinkarnieren in jungen Rassen, wobei ganze Generationen eines Volkes sich tausend Jahre später auf Grund kollektiven Schicksalguts gemeinsam in anderen Völkern wiederverkörpern mögen.
Ein indischer Jogi berichtet das viele Großen der indischen Glanzzeit mit ihren Anhängern in Deutschland reinkarnierten und daß Kant, Fichte, Hegel, Schopenhauer Wiederverkörperungen der großen Weisen Altindiens aus der Zeit der Veden und Upanishaden seien...
... Die Grossen Künstler Altgriechenlands verkörperten sich nach ihm im Mittelalter in Italien, Spanien und Deutschland, seine Großen Denker in aller Welt: als Deutsche in Goethe, Schiller, Lessing; in England in Byron, Keats und Shelley, andere in Frankreich...
... Die Großen Geister der Glanzzeit Roms wiederum sieht er vor allem in England und den USA, als Begründer neuer Imperien.
... Von den alten Phöniziern mit ihrer Fähigkeit zum organisieren, zu technischen und industriellen Unternehmungen, sah er viele in Deutschland, weniger in England und den USA.
Das Völkerkarma offenbart sich aber nicht nur in den wirtschaftlichen, sozialen, geistigen, kulturellen Blütezeiten, sondern auch in den Erschütterungen und Leiden durch Kriege und Revolution, Hungersnöte, Seuchen und Naturkatastrophen - nicht damit wir darunter leiden, sondern damit daraus lernen-.


 

Menschheits-Schicksale

Wie die Völker Glieder der Menschheit sind, so sind ihre Schicksale Teilauswirkungen des Menschheits-Karma. Das Gesamtschicksalsgut der Menschheit wirkt sich auch im Karma der einzelnen Wesen aus.
Die innere Verbundenheit und Abhängigkeit der Wesen und Völker gleicht der der Zellen und Organe im Körper. Alle sind schicksalhaft miteinander verknüpft. Jeder von uns hat als lebendige Zelle im Menschheitsorganismus die Aufgabe, sein Bestes zu geben für das Wohl und den Fortschritt des Ganzen.
Tut er das nicht und denkt nur an sich, gleicht er einer Krebszelle, die den Organismus krank macht und langsam zerstört.


 

Der Schicksalssinn

Was hier dargelegt ist, will nur Anregung zu meditativer Schicksalsbesinnung sein, zu der es in der Vergangenheit wenig Ansätze gab, weil sie zunächst einer Gleichung mit zuvielen Unbekannten ähnelt.
Jedes Wesen besitzt ein seelisches Organ, das als Schicksalssinn oder Witterung für Kommendes bezeichnet werden kann. Dieser Sinn erweist sich als Fähigkeit hellwachen Vorauswissens von Dingen, die unter der Schwelle sinnhaften Bemerktwerdens liegen. Bei Tieren äußert er sich als Katastrophen- Vorgefühl. Bei Menschen tritt er manchmal in der Sterbestunde in Aktion, wenn die Seelenkräfte teilweise frei werden, so daß von der geistigen Welt her beglückende oder bedrückende Bilder künftigen Geschehens in das brechende Auge fallen.
Das noch keimende Kommen sendet gewissermassen Reizwellen aus, die in prophetischen Bildern empfangen werden.
Dabei ist aber immer zu beachten das ein Großteil des gespürten oder geschauten nur als Möglichkeit besteht, dessen Realisierung davon abhängt, wie weit das Denken und Handeln des Einzelnen in der Gegenwart das Schicksalsgut beeinflußt.
Wahrträume und die echte Prophetie sind ebenso Geschenke des Schicksalssinnes, der auf erst teilweise beschriebene künftige Blätter der 'Akasha-Chronik' blickt.


 

Die innere Stimme

Um den schlummernden Schicksalssinn zu aktivieren, gilt es oft in die Stille zu gehen, um für die Stimme der Stille höhrfähig zu werden. Sie ist nur im Schweigen des Inneren, und auch nur dann wenn die Innere Führung es für notwendig erachtet, vernehmbar.
Oft folgt der Mensch lediglich seinem Instinkt und handelt ebenso oft richtig. Der höher entwickelte Mensch kann den Kontakt mit seinem Inneren in der Meditation herstellen lernen.
Solange es an der Hingabe nach innen fehlt, bleibt die innere Leitung stromlos. Aber Vorsicht !,
manches was einer für die Stimme der Stille hält, ist nur lautgewordenes inneres Zwiegespräch, Echo heimlich gehegter Wunschgedanken. Die echte Stimme ist an ihrer Unbedingtheit und Dringlichkeit erkennbar. Reagiert man darauf folgt sofort ein Gefühl der Freiheit und Freude und die Gewißheit das man Recht tat. Tun wir es wie Mahatma Gandhi, der vor jedem Beschluß in die Stille ging und sich dort Rat holte.
Andere sprechen von der inneren Stimme als ihren "Schutzengel", der immer wach ist und uns heimlich Botschaften vermittelt, wenn wir sie vernehmen können.

Die Bhagavad Gita spricht vom " Geist des Lebens:"
"Im Herzen jedes Wesens weilt
der Geist des Lebens: selber ruh'nd,
lenkt er der Wesen Wege all'
im Wirbelkreis der Maya-Welt.

Zu ihm nimm deine Zuflucht, Held,
gib dich ganz seinem Willen hin!
Mit ihm vereint, wird dir zuteil
Gelassenheit und höchstes Heil.


 

Führung und Fügung

Wenn ein Kind beim Gehen fällt, streckt es vertrauensvoll die Händchen nach der Mutter aus. Das gleiche Vertrauen bewirkt, daß das Eingreifen der inneren Führung oder das Eingreifen höherer Instanzen gerade bei Kindern in Not so oft beobachtet wird.
Mit dem gleichen Vertrauen dürfen auch wir unsere Hand nach innen ausstrecken und um Hilfe nachsuchen ( geistige Hilfe !). Nichts ist unserem Herrgott unwichtig, wenn es uns wichtig ist.
In den heiligen Schriften Altindiens werden Karma und Brahman ( Schicksals Gesetz und der kosmische Schicksalslenker ) einander gleichgesetzt.

Sagen wir es mit Morgenstern: "Wer das Ziel kennt, dem kann der Weg nichts anhaben."


 

Karma = Bindung (Kausalkette)

Unwissenheit schafft Karma; Karma schafft Bewußtsein; Bewußtsein schafft Name und Form (des neuen Lebenskeims); diese schaffen die sechs Sinnesorgane; diese Verbindung ( mit der Umwelt der neuen Verkörperung); Verbindung schafft Empfindung; Empfindung Bewirken; diese Fesselung; Fesselung schafft Dasein; dieses die Geburt ( ins neue Erdenleben);
Geburt schafft Sorgen, Trauer, Freude, Elend, Kummer, Verzweiflung, Alter, und : TOD!


 

Von der Wiederkehr zur Heimkehr

Die Frage ist : wie oft noch muß ich wiederkehren, wie lange noch mag es dauern?

Die Länge des Weges wird durch uns selbst bestimmt, da es bei uns liegt was wir aus unserem Schicksalsgut machen. Ob wir, andererseits, auf dem Wege sind, ist an vielen Merkmalen zu spüren:
an unserer lebendigen Anteilnahme, Fürsorge und Liebe gegenüber allem was lebt, an der Abnahme unseres Haftens an der Sinnenwelt, an der Gelassenheit gegenüber Freude und Leid, an der Gewöhnung alles im Lichte der Ewigkeit und der Wiederkehr zu sehen und vielem mehr.....

Wenn wir uns gemeinsam helfen und uns unsere Schuld untereinander vergeben, dann wird unser gemeinsame Weg um einiges kürzer werden.


 

Packen wir es an !

Wir können der Hilfe Gottes und der geistigen Welt mit all seinen Helfern sicher sein.


 

Literaturhinweise: (Beispiele)

  1. Das abendländische Totenbuch, K.O.Schmid; Drei Eichen, Engelberg
  2. Autobiographie eines Yogi-Paramahansa Yogananda; O.W. Barth
  3. Emanuel Swedenborg-Leben und Lehre; Swedenborg Verlag, Zürich
  4. Leben und Lehre Jesu-Jakob Lorber; Lorber Verlag Bietigheim
  5. Der Verkehr mit der Geisterwelt Gottes,J.Greber; J.Greber Memorial Foundation-Teaneck N.Y.
  6. Gespräche mit Toten, A.Findley; H. Bauer Freiburg
  7. Gespräche mit Seth, Jane Roberts; Goldmann
  8. Reinkarnation, Ian Stevenson; Aurum Freiburg
  9. Das Buch der Geister, A. Kardec; H. Bauer Freiburg
  10. M. Polanyi:<Tacit Knowing>, Review of Modern Psychics, Bd.34,1962, S. 601-616.
  11. <Human Personality and its Survival of Bodily Death>, F.Myers; Longmans, London 1903.
  12. The Psychology of Suggestion, B. Sidis; Appleton, N.Y. 1889.
  13. <Paranormal Cognition, Survival and Reincarnation>, C.Chari; J. of A.S.P.R. Bd. 56 1962
  14. The Search for Bridey Murphy, M. Bernstein; Doubleday &Co., N.Y. 1956
  15. Reincarnation- Phenomena in Hypnotic States, F. Zolik; Int. J. Of Parapsych., Bd. 4,1962
  16. The Silent Road, W. T. Pole; Neville Spearman, London, 1960.

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